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New Yorker Investment-Fonds Stone Rich hält 10.000 Bitcoins: Corona treibt Investoren zu Bitcoin

Der New Yorker Investment-Fonds Stone Rich gibt bekannt, dass er Bitcoins im Wert von 115 Millionen Dollar besitzt. Damit das möglich wurde, musste der Vermögensverwalter zunächst eine Tochterfirma gründen, die die Bitcoins sicher verwahrt. Seit der Corona-Krise ist der Service mehr denn je gefragt.

Die ziemlich interesante Geschichte, die der Forbes-Autor Michael del Castillo erzählt, beginnt vor gut drei Jahren. Damals, als Bitcoin und Krypto gerade auf die Spitze der 2017er-Blase zusteuerte, deckten sich die Gründer und Mitarbeiter des New Yorker Investment-Fonds Stone Rich mit Bitcoins ein, was das Zeug hielt. Die Kunden des Fonds wollten dasselbe, und weil die Gründer des Fonds an den langfristigen Wert von Bitcoin glaubten, beschlossen sie, die Kompetenz aufzubauen, Bitcoins regulatorisch konform zu erwerben und technisch sicher zu verwahren, und diese Kompetenz ihren Kunden anzubieten.

Aus dem Projekt entstand die „New York Digital Investment Group“ (NYDIG), eine Tochtergesellschaft von Stone Rich, die aber nicht zu 100 Prozent dem Fonds gehört, sondern auch von anderen Investoren Kapital einholen konnte. Im Zuge eines Deals von Investoren gab Stone Rich letzte Woche bekannt, dass die NYDIG 10.000 ihrer Bitcoins hält, die heute 115 Millionen Dollar wert sind. Wann Stone Rich diese Bitcoins gekauft hat, ist allerdings nicht bekannt.

Bekannt ist jedoch, dass der Service der NYDIG seit dem Frühjahr – seit Covid-19 – stärker gefragt ist als je zuvor. Die Forbes nennt den Grund: Unternehmen mussten schließen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, weshalb die Unternehmen von den Regierungen Geld bekamen, und die Regierungen Milliarden, wenn nicht Billionen, von Dollar in die Wirtschaft werfen. Und während die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt, bleiben die Märkte überraschend stabil, was, so Stone Rich Mitgründer und Geschäftsführer Robert Gutmann in einem Interview, „in einem Gefühl des bevorstehenden Kollaps resultiert.“ Die Folge ist „ein ziemlich dramatischer Anstieg der Anzahl von institutionellen Investoren, die seit März in diesem Markt teilnehmen wollen.“ Die Ereignisse um Corona und die Krise „haben eine Menge Leute dazu gebracht, die Zusammenstellung ihres Portfolios zu überdenken.“ Das Vertrauen in das Finanz- und Geldsystem hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Die NYDIG macht vor, wie man heute einen professionellen Krypto-Verwahrungsservice für institutionelle Investoren aufzieht: Zunächst hat die NYDIG die BitLizenz von New York beantragt, um das Recht zu haben, Dollar gegen Kryptowährungen zu tauschen; dann hat sie eine weitere Tochtergesellschaft gegründet, den NYDIG Trust, der im Staate New York die Erlaubnis erhalten hat, Bitcoins und andere Kryptowährungen für Investoren zu halten.

Die 10.000 Bitcoins von Stone Rich ist nicht die einzige ziemlich große Wallet, die NYDIG verwahrt. So hat etwa Ripple CEO Chris Larsen vor kurzem bekannt gegeben, dass er eines seiner XRP-Wallets von der NYDIG verwahren lässt. Unter den anderen Kunden sind vor allem Banken und Vermögensverwalter, die einen Service suchen, der alles rund um Krypto aus einer Hand anbietet. NYDIG gibt keine vollständigen Kundenlisten bekannt, aber man weiß etwa, dass der Service einen 190 Millionen Dollar schweren Institutional Bitcoin Fund sowie einen 140 Millionen Dollar starken Bitcoin Yield Enhancement Fund verwahrt. Insgesamt seien bereits mehr als eine Milliarde Dollar in Kryptowährungen unter seiner Kontrolle.

Die Wall Street ist also längst da. Allerdings ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. NYDIG empfiehlt Institutionen, 1-5 Prozent ihres Portfolios in digitale Assets wie Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu stecken. Der Chefberater von NYDIG, Brooks Gibbins, meint dazu: „Weil nach Covid-19 auf der ganzen Welt beispiellose fiskalische und monetäre Stimuli passieren, wird der Hedge durch digitale Assets weiterhin immer wichtiger werden.“

Womit wir wieder beim alten Thema wären: Die expansive Geldpolitik, die durch Covid erst so richtig aufgedreht hat, macht Bitcoin und andere Kryptowährungen als Not-Asset noch einmal attraktiver. Die NYDIG verwaltet die Coins für exklusive Fonds und Vermögensverwalter, die in der Regel exlusive – also schwerreiche – Klienten bedienen, während viele Privatpersonen schon längst über Börsen wie Bitcoin.de in Bitcoins investieren. Die große Schicht dazwischen hat derzeit aber noch das Nachsehen.

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