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Neuer Rekord: Bitcoin SV produziert 300-Megabyte-Block

Der Mining-Pool TAAL hat gestern Nacht für Bitcoin SV (BSV) einen Block mit mehr als einer Million Transaktionen und einer Größe von mehr als 300 Megabyte produziert. Damit erzielt BSV einen weiteren Rekord im Skalieren von Blockchains. Die Transaktionen entsprangen freilich einem Stresstest, und vom Ziel, die Miner durch Gebühren zu finanzieren, ist BSV weiterhin weit entfernt.

Sie haben es wieder getan. Bitcoin SV (BSV) hat gestern Nacht einen neuen Rekordblock gesehen: Block #634643 enthielt 1.178.322 Transaktionen und brachte es auf eine Größe von etwas mehr als 309 Megabyte. Keine Blockchain – ob technologisch auf Bitcoin-Basis oder einer neueren Architektur – hat jemals einen so großen Block und einen so hohen Transaktionsdurchsatz erreicht.

Block 634643 nach Whatsonchain.com.

Natürlich handelt es dabei um kein organisches Wachstum. Bitcoin SV ist nach wie vor eine Nischenwährung, die weder im Handel noch in Micropayments noch als Datenspeicher annährend ein so hohes Transaktionsvolumen erreicht. Stattdessen gab es gestern einmal mehr einen Stresstest, der die Belastungsgrenzen des Netzwerks ausloten soll. Irgendeine Partei hat Millionen von Transaktionen gebildet und das Netzwerk damit geflutet, einerseits, um zu testen, wie gut die Infrastruktur mit der Masse auskommt, andererseits, um die Miner dazu zu bringen, einen neuen Rekordblock zu bilden.

Der Erfolg des Tests ist durchwachsen. Mit mehr als 2,5 Millionen Transaktionen am Tag demonstriert Bitcoin SV, dass die Blockchain in der Lage ist, mehr als das Fünffache des Maximalvolumens von Bitcoin (BTC) zu verarbeiten, während die Kerninfrastruktur weitgehend intakt blieb. Die Blockexplorer blieben live, es ist kein Knick in der Anzahl der Full Nodes zu sehen. Diese ist bei BSV aber mit gut 300 verhältnismäßig gering, und man darf anzunehmen, dass sie fast ausschließlich in Datencentern stehen. Auch die Services und Wallets wie MoneyButton und Handcash blieben, anders als bei vergangenen Stresstests, vollständig in Funktion. Der Stresstest wurde damit auch zur Leistungsschau der BSV-Infrastruktur.

Vergleich der Transaktionen von Bitcoin (gelb), Bitcoin Cash (grün) und Bitcoin SV (rot) nach coin.dance

Allerdings hat es relativ lange gedauert, bis sich ein Miner endlich erbarmt hat, den Mempool der unbestätigten Transaktionen zu leeren. Schon den ganzen Tag warteten mindestens eine, teilweise auch mehr als zwei Millionen Transaktionen darauf, endlich in einen Block zu kommen. Der aufgeblähte Mempool hat zu einer starken Belastung vieler Knoten geführt. Viele Knoten haben vermutlich die Synchronität des Mempools verloren, was meint, dass sie nicht mehr dasselbe Set an unbestätigten Transaktionen hatten, wodurch sich die Bestätigung vieler anderer Transaktionen verzögert hat. Auch die Anreize für die Miner, mit großen Blöcken Gebühren einzufahren, funktionierten nur eingeschränkt: Viele Miner haben trotz des riesigen Mempools weiterhin Blöcke von einem Megabyte oder gar nur wenigen Kilobyte produziert.

Calvin Ayres TAAL-Pool hat schließlich den Block mit mehr als einer Million Transaktionen gebildet. Dafür erhielt er gut 0,7 BSV an Gebühren, was beim derzeitigen Kurs etwa 126 Euro entspricht. Dieser Betrag war den anderen Minern offenbar nicht der Aufwand wert, einen so großen Block zu produzieren, der droht, zu verwaisen. Die Gebühreneinnahmen sind relativ gering, machen aber mehr als 10 Prozent des Blockrewards aus. Das ist immer noch weit davon entfernt, die Halbierung der Blockrewards zu kompensieren. Bei den derzeitigen niedrigen Gebühren wären dafür Blöcke von gut drei Gigabyte notwendig. Dass es dafür jemals eine organische Nachfrage geben wird, ist eine kühne Wette.

Der 300-Megabyte-Block schaffte es auf eine Durchsatz auf beinah 2000 Transaktionen je Sekunde, wenn man davon ausgeht, dass alle zehn Minuten ein neuer Block erscheint. Über die vergangenen 24 Stunden hinweg blieb der Durchsatz jedoch bei knapp 30 Transaktionen je Sekunde. Das ist nicht wenig, aber noch weit vom erzielten Volumen entfernt. Daher steht der Beweis, dass das Netzwerk dieses Volumen tatsächlich beherrscht, weiterhin auf den tönernen Füßen einer einsamen Kapazitätsspitze.

Dennoch macht man es sich zu leicht, den 300-Megabyte-Block als bloße PR-Aktion von Bitcoin SV abzuwatschen. Er schafft neue Fakten und neues Wissen und sollte daher für jeden hochinteressant sein, der sich dafür interessiert, wie weit eine Blockchain nach dem Vorbild Bitcoin skalieren kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, indem man ausprobiert und beobachtet. Und auch wenn BSV noch weit von den selbstgesteckten Zielen entfernt ist, macht Block #634643 Hoffnung, dass es möglich ist, eine Blockchain onchain tatsächlich zu skalieren.

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