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FC Bayern München tokenisiert seine Spieler auf der Ethereum-Blockchain

Das Fantasy-Fußball-Startup Sorare konnte den FC Bayern München überzeugen, seine Spieler als NFT-Token auf die Ethereum-Blockchain zu bringen. Fans des Vereins können sich nun ihre Lieblingsspieler in die Wallet laden, sie auf den virtuellen Rasen jagen oder auf anderen Marktplätzen verkaufen.

Ja, der FC Bayern München geht auf die Blockchain. Zum Beweis: Hier ist eine Token-Karte von Jerome Boateng, die man für 1 Ether kaufen kann:

Wenn man das grafische Drumherum wegnimmt, und stattdessen wissen will, wie Jerome Boateng unmaskiert auf der Blockchain aussieht, sollte man das Token mit dem Ethereum-Explorer Etherscan ansehen.

Das ist nicht wirklich vielsagend: Ein Hinweis auf einen Smart Contract, eine Token-ID und eine Transaktion. Um mehr zu erfahren, muss man auf den Reiter „Read Contract“ klicken, bei „getCard“ die Contract-ID reinkopieren, die playerID nehmen, diese bei „getPlayer“ einfügen – und siehe da: Wir haben tatsächlich Jerome Boateng. Die Blockchain beweist es!

Verantwortlich für all das ist das Startup Sorare. Sorare ist eine Plattform für „Fantasy-Fußball“, was so ähnlich ist wie die guten alten Fußballmanager-Spiele: Man kann sich eine Mannschaft zusammenstellen, aus Spielern, die man allerdings als Sammelkarte gekauft hat. Dann kann man gegen andere Mannschaften antreten, wodurch die Spieler an Erfahrung gewinnen und man auch noch etwas gewinnen kann. Aber natürlich ist nicht jeder Spieler gleich; die Stärke der Token hängt davon ab, wie gut sich der echte Spieler im echten Fußballleben schlägt. Die Spieler des FC Bayern Münchens sind selbstverständlich überdurchschnittlich gut und dementsprechend teuer im Erwerb.

Es gibt kaum ein Szenario, in das individuelle Token, die sogenannten Non-Fungible-Token (NFT), so gut hineinpassen wie in dieses. Daher gelang es Soare auch recht gut, Fußballvereine an Bord zu holen. Neben dem FC Bayern sind rund 100 Vereine dabei, darunter Juventus, Paris Saint-Germain, Athletico de Madrid und die deutschen Vereine Schalke und Leverkusen.

Die Vereine können nun ihre Spieler digital verkaufen. Da jeder Spieler ein Token ist, kann man jeden Spieler auch nur einmal kaufen, und da das Token auf der Blockchain liegt, kann man es in der eigenen Wallet speichern und auf anderen Plattformen weiter verkaufen. Beispielsweise auf OpenSea, dem Marktplatz für Sammeltoken auf der Blockchain, wo neben virtuellen Berliner Straßenzügen, Fotos, Illustrationen, Pixel-Alpakas und Blockchain-Domains eben auch Fußballkarten gehandelt werden:

Sorare ist also eine Mischung aus einem Fußballmanager, einem Tamagotchi und den Sammelkarten von Magic The Gathering: Man stellt sich ein Fußballteam zusammen, die Spieler werden besser, je mehr Erfahrung sie haben, und man kann mit individuellen Sammelkarten gegeneinander antreten. Und, natürlich, es kann nun jeder in Fußballspieler investieren. Im Grunde kommt all das, was sich seit den CryptoKitties in Sachen NFTs auf Ethereum entwickelt hat, zusammen und trifft nun auf die größten Fußballvereine der Welt.

Die Plattform Sorare selbst ist anständig gemacht, auch wenn sie noch ein wenig Beta wirkt. Bei meinem Versuch, sie zu testen, habe ich festgestellt, dass die Webseite sich nicht mit der üblicherweis verwendeten Ethereum-Wallet Metamask verbindet; ein Info-Feld, man solle sorare.com in die Liste der verbundenen Webseiten aufnehmen, führt auf den Holzweg, da es diese Option bei Metamask gar nicht gibt. Schließlich konnte ich die integrierte Wallet der Android-Version von Opera verbinden, was aber doch eine Einschränkung war.

Wer sich neu anmeldet, bekommt zehn Spieler-Token geschenkt, die er trainieren und in der Newbie-Liga austesten kann. Nicht klar war mir aber, ob man diese Spieler exportieren kann; zumindest habe ich es nicht geschafft. Vielleicht müssen sie erst einmal Erfahrung sammeln?

Trotz der kleinen Hickser in der Nutzerführung dürfte Sorare für Fußballfans extrem spannend sein – und viele von ihnen dürften durch die Plattform erstmals in Kontakt mit einer Blockchain-Wallet kommen.

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