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Europol über Wasabi-Mixer: „Es sieht nicht gut aus.“

Europol widmet eine Ausgabe der Cyber Bits dem Mixer Wasabi. Die Wallet wurde im Lauf der vergangenen Monate immer beliebter bei Kriminellen – und die Ermittler scheinen nicht in der Lage zu sein, die Transaktionen zu deanonymisieren. Rund 30 Prozent der Wasabi durchlaufenden Bitcoins stammen aus Darknetmarkets.

Die Cyberermittler von Europol beschäftigen sich schon lange mit Methoden, mit denen Transaktionen mit Bitcoin und andere Kryptowährungen verschleiert werden. Besonders Sorge bereitet den Polizisten derzeit offenbar der Aufstieg eines neuen Instruments, um Coins zu mixen: Die Wallet Wasabi. Zumindest deutet eine neue Ausgabe der „Cyber Bits“ dies an.

Europol bemerke, so der Bericht, eine steigende Anzahl von Ermittlungen, bei denen man auf die Wasabi Wallet stoße. Diese Wallet implementiere „eine sehr effektive Methode, um Bitcoins durch Coinjoin zu mixen.“ Wasabi behaupte, die Methode erzeuge mathematisch beweisbare Anonymität. Da Wasabi zudem eine Open-Source-Software ist, die Bitcoins nicht-treuhänderisch verwaltet, greifen die in der EU geltenden Anti-Geldwäsche-Regularien nicht.

Neben dem Mixen von Bitcoins durch Coinjoin hat Wasabi zahlreiche weitere Privacy-Maßnahmen implementiert. So sorgen etwa blinde Signaturen dafür, dass auch die Betreiber von Wasabi-Servern nicht in der Lage sind, Inputs und Outputs zu verbinden; die von Wasabi benutzten Blockfilter ermöglichen eine Light-Wallet, bei der aber anders als bei den Bloom-Filter-basierten Light Wallets keine Verbindung von IP-Adressen und Bitcoin-Adressen möglich ist. Weil Wasabi schließlich Tor als Standard benutzt, um mit dem Server zu kommunizieren, hat dieser keine IP-Adressen, die die Ermittler abholen könnten.

Wasabi macht seinen Job, die Privatsphäre der User zu schützen, also ziemlich gut. Dies macht die Wallet immer beliebter. Seit sie im Herbst 2018 in Betrieb ging, liefen schon mehr als 110.000 Bitcoins – also gut eine halbe Milliarde Euro – durch den Service. Das Volumen scheint dabei zuzunehmen, allein in den vergangenen drei Wochen wurden Bitcoins im Wert von 50 Millionen US-Dollar in Wasabi deponiert. Ein Drittel davon stammt offenbar aus Darknetmärkten, was ein relativ hoher Anteil krimineller Gelder ist, da zum Vergleich nur ein Prozent aller Bitcoin-Transaktionen mit Darkentmärkten in Verbindung stehen.

Tatsächlich scheint es in den meisten Fällen unmöglich zu sein, Wasabi-Transaktionen zu deanonymisieren. Nur wenn die User Fehler machen, wird es möglich sein. Allerdings können die üblichen Blockchain-Analysetools relativ gut herausfinden, wann eine Transaktion Wasabi benutzt. Das könnte bedeuten, dass diejenigen, die ihre Bitcoins mit Wasabi mixen – und sie damit vermutlich in Kontakt zu Coins aus kriminellen Quellen bringen – riskieren, ins Fadenkreuz der Strafverfolgung zu gelangen. Denn wenn man die Transaktionen nicht durch einen Algorithmus zerlegen kann, bleibt nur die Möglichkeit, die Urheber der einzelnen Inputs zu identifizieren und von diesen die Information zu verlangen, welche Outputs ihnen gehören. Ob dies gemacht wird oder nicht und ob es überhaupt erlaubt wäre, ist mir allerdings nicht bekannt.

Wasabi ist so bedeutsam, dass der Bericht ankündigt, in einer kommenden Ausgabe der Cyber Bits vertieft darüber zu berichten. Als „Spoiler“ verrät diese Ausgabe schon mal das: „Es sieht nicht gut aus.“

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