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Die ersten Opfer des Bärenmarktes: Kryptostartups entlassen Mitarbeiter

Jede Rezession fordert ihre Opfer. Eine Übersicht über Firmen und Startups, die unter den fallenden Krypto-Preisen leiden und Personal abbauen müssen.

Der Markt gibt’s, der Markt nimmt’s. Die extrem steigenden Preise von Kryptowährungen haben im Lauf der letzten 18 Monate zahlreiche neue Firmen und Arbeitsplätze geschaffen. Nun, da die Preise und mit ihnen Nachfrage und Interesse fallen, werden viele Arbeitsplätze wieder abgebaut. In den letzten Wochen haben es einige prominente Opfer dieses Bärenmarktes in die Presse geschafft.

Am prominentesten dürfte Bitmain sein. Der chinesische Mining-Gigant, der angesichts seines geplanten Börsengangs vor kurzem mit bis zu 20 Milliarden Dollar bewertet wurde, schließt sein Entwicklungszentrum im israelischen Ra’anana. “Die Kryptomärkte wurden in den vergangenen Monaten erschüttert,” kommentiert ein Manager des Entwicklungszentrums, “und dies hat Bitmain gezwungen, seine verschiedenen Aktivitäten weltweit zu hinterfragen und sich das Geschäftsmodell an die gegenwärtige Situation anzupassen.” 23 Mitarbeiter werden dabei entlassen. Welche Rolle dabei der Hashwar und der massive Preisverfall von Bitcoin Cash spielen, wird nicht erwähnt.

Ebenfalls prominent ist die New Yorker Firma Consensys. Das Startup ist eine Art Infrastruktur-Provider für Ethereum, das die Smart-Contract-Kryptowährung durch Dutzende von Projekten erschlossen hat. Am bekanntesten könnte die Test-Software Truffle für Solidity-Contracts sein. In den letzten Jahren ist die Firma explosionsartig gewachsen, und der gestiegene Ethereum-Preis hat Gründer Joseph Lubin zu einer der reichsten Personen im Kryptocoin-Universum gemacht. Nun muss ConsenSys wieder schrumpfen, nachdem sich das Wachstum nicht in ausreichenden Profiten niedergeschlagen hat. 13 Prozent der Mitarbeiter müssen sich eine neue Stelle suchen. In einer Pressemitteilung versucht Consensys die Lage schönzureden, indem sie den Schritt als Übergang zu “ConsenSys 2.0” darstellen.

Ebenfalls eine bekannte Marke ist Steemit. Das Portal auf Basis der Kryptowährung Steem wurde eine beliebte Plattform für die Veröffentlichung von Artikeln und Videos, die den Urhebern über einen Upvote-Mechanismus einen Teil des Mining-Rewards von Steem auszahlt. Steemit ist eine der aufregendsten Varianten, wie Kryptowährungen den Journalismus retten könnten.  Nun sieht sich Steemit veranlasst, 30 Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen.

In demselben Artikel finden wir auch eine Nachricht von ETCDEV, dem Entwickler-Team hinter Ethereum Classic, einem Forkcoin von Ethereum, der derzeit im Ranking der Kryptocoins auf Platz 17 steht. ETCDEV hat kürzlich bekanntgegeben, dass sie den Betrieb einstellen werden. Als Gründe werden die finanzielle Unsicherheit und die fallenden Werte von Kryptowährungen genannt.

Schließlich wäre noch SpankChain zu nennen, ein Startup, das versucht, Content für Erwachsene über Ethereum-Mikropayment-Channels zu monetarisieren. Nachdem es quasi weiterhin null Nutzung gibt, entlässt SpankChain vier Mitarbeiter. Schon zuvor in diesem Jahr hat sich das Startup von acht Mitarbeitern getrennt, womit von den ehemals 20 nur noch acht Mitarbeiter übrig sind.

Mit Sicherheit gibt es neben diesen Startups noch zahlreiche weitere, denen langsam die Mittel ausgehen. Insbesondere im ICO-Markt dürfte sogar ein Großteil der gegründeten Projekte kurz vor der Pleite stehen, nachdem die Preise der Token extrem gefallen sind und es den meisten Startups nicht gelungen ist, das eingesammelte Kapital in ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu transformieren. Am Ende dürften aber diese Pleiten und Entlassungswellen wie die berühmte schöpferische Zerstörung dazu führen, dass sich die Spreu vom Weizen trennt und nur noch sinnvolle und nachhaltige Geschäftsmodelle stehenbleiben. Vielleicht ist genau dies der Zweck eines Bärenmarktes.

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