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BlueLeaks: Ein Dokument zeigt, welche Kryptowährung dem FBI Sorgen bereitet

Die BlueLeaks haben kürzlich 270 Gigabyte an Daten aus der US-Polizeiarbeit ans Tageslicht gebracht. In einem Dokument des FBI geht es um Darknetmarkets und deren Methoden, Geld zu waschen. Das Dokument bestätigt, dass sich Monero in diesen Kreisen zunehmender Beliebtheit erfreut.

Die sogenannten „BlueLeaks“ entspringen einer Webagentur, die sensible Daten für mehrere Polizeiabteilungen der Vereinigten Staaten gespeichert hat. Die von der Gruppe „Distributed Denial of Secrets“ geleakten Daten umfassen insgesamt 270 Gigabyte und erstrecken sich auf einen Zeitraum von 1996 bis 2020.

Die Polizei fürchtet, dass die Daten für andere Nationalstaaten sowie Hacker und Cyberkriminelle nützlich sein werden, um Schwachstellen anzugreifen. Darüber hinaus beklagt die Polizei, dass die Dokumente Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Fotos Videos und andere private Daten enthalten.

Wie Decrypt berichtet, ist unter den Daten auch mindestens ein Dokument zu Kryptowährungen zu finden. Es handelt sich um einen kurzen Bericht des FBI, bei dem es darum geht, wie die Ermittler Geldwäsche im Darknet verfolgen, wenn dabei Bitcoins gegen Monero gewechselt werden. Das Dokument ist noch aus dem Jahr 2020 und damit relativ aktuell.

Die FBI-Ermittler sind dabei den Spuren diverser Teilnahmer an verschiedenen Darknet-Märkten gefolgt, etwa den Drogenmärkten Apollon und Cryptonia. Dabei haben vermutlich Händler, die Bitcoins empfangen haben, diese gewaschen, indem sie sie bei einem Sofortwechsler wie MorphToken aus Panama gegen Monero getauscht haben. Es wird vermutet, dass Käufer dasselbe tun, um „sicher“ auf den Marktplätzen zu shoppen. Dies habe die Fähigkeiten der Ermittler, die Empfänger der Coins zu bestimmen, stark behindert.

Diese Erkenntnis hat das FBI aus einem Mix an Maßnahmen erzielt, darunter die Analyse der Blockchain durch spezielle Software, Informationen des Wechslers MorphToken, Erkenntnisse aus Darknet-Seiten und Foren sowie weiteren Ermittlungen.

Das sehr kurze Dokument zeigt eindringlich, vor welche Herausforderungen Privacycoins wie Monero die Strafverfolgung stellt. Die schon 2018 vom FBI geäußerte Befürchtung einer zunehmenden Verbreitung von Privacycoins unter Kriminellen bewahrheite sich. Der Wechsel in Coins wie Monero durch Wechselseiten wie MorphToken, die keine Identität der Kunden feststellen, werde zu einem ernsthaften Problem, welches „die Fähigkeit der Strafverfolgung gravierend begrenzt, mit existierenden Technologien Kryptowährungen nachzuverfolgen, die in illegale Aktivitäten verwickelt sind.“

Das Dokument demonstriert auch, dass Monero mittlerweile zum Goldstandard für private Überweisungen im Darknet wurde. Dank Ringsignaturen und Confidential Transactions scheint Monero tatsächlich ein Ausmaß der Anonymität erreicht zu haben, das für Analysten der Polizei so gut wie unmöglich zu knacken ist. Dies erkennen Cyberkriminelle wohl zunehmend an. Zumindest deuten die Daten von MorphToken dies an. Die Börse bietet verschiedene Währungspaare an, doch alle Transaktionen, die das FBI beobachten konnte, tauschten Bitcoin in Monero und umgekehrt.

Damit könnte der Wettbewerb von Privacycoins um das Darknet entschieden sein – auch wenn dies für Besitzer von Monero ebenso wenig eine zwingend positive Nachricht ist wie für diejenigen, die meinen, die Welt brauche eine anonyme Kryptowährung für den Alltag. Denn je mehr Monero mit Kriminalität assoziiert wird – neben Drogenhandel auch mit Entführung, Ransomware, Malware und Botnets –  umso schwieriger wird es sein, ehrliche Bürger dafür zu begeistern. Was ziemlich traurig wäre, da eine freie Kryptowährung wie Monero Privatsphäre demokratisiert, indem sie sie auch denjenigen gewährt, die sich weder Konten in Panama leisten können noch das technische Wissen zum Verschleiern von Bitcoins besitzen.

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